| |
Hl. Dominikus Die neun Gebetsweisen
des Heiligen Dominikus
Weitere Buchtipps
Die Individualismus-Falle |
|
Dominikus begegnen
von fr. P. Paul Dominikus Hellmeier OP
Aus der Reihe: Zeugen des Glaubens
ISBN 978-3-936484-92-2
© 2007, Sankt Ulrich Verlag, Augsburg
kartoniert, 152 Seiten, 115 mm x 195 mm,
€UR 11,90 (D), sFr 22,40, €UR 12,30 (A)
Anfang des13. Jahrhunderts reist ein junger Geistlicher durch Südfrankreich. Dort war es der Sekte der Katharer gelungen, viele Menschen vom christlichen Glauben abzubringen.
Als Gegenbewegung gründet Dominikus einen Orden, deren Mitglieder ein Leben in Armut führen und mit einer guten theologischen Ausbildung zum Predigen ausgesandt werden: Die Dominikaner, deren berühmtester Repräsentant noch im selben Jahrhundert Thomas von Aquin werden sollte.
Pater Paul Dominikus Hellmeier OP präsentiert vor dem Hintergrund der neuesten Forschungsergebnisse und gestützt auf reiches Quellenmaterial eine allgemeinverständliche Einführung in das Leben und Wirken seines Ordensgründers. |
Leseprobe
I. Vita - Der Verborgene
Verwischte Spuren?
Dominikus begegnen ist nicht einfach. Alte und neue Klischees verdecken oft seine Persönlichkeit und sein Leben. Da ist einerseits seit dem Hochmittelalter das Bild es srengen Inquisitors, das zunächst noch ganz positiv besetzt war. |
Paul Dominikus Hellmeier, geboren 1977 in Landshut, studierte Philosophie und Theologie in München, Wien und Lyon. Im Jahre 2000 trat er in den Dominikanerorden ein. Fünf Jahre später zum Priester geweiht, ist er seither Benefiziat an der Dominikanerkirche Heilig Kreuz in Augsburg und Studentenseelsorger der Katholischen Hochschulgemeinde Augsburg. |
|
Dante etwa preist den hl. Dominikus als "heiligen Kämpfer, den Seinen gütig, grausam seinen Feinden." (1) Dankbar nahm die moderne Kirchenkritik dieses Dominikusbild entgegen: Dominikus als finstere Ikone der katholischen Inquisition. Und obwohl man heute längst weiß, dass die Inquisition erst über zwanzig Jahre nach seinem Tod ins Leben gerufen wurde, hält diese Negativvorstellung bis heute in vielen Kreise, ja selbst in kirchlichen, weiter an.
Daran konnte auch ein zweites Klischee kaum etwas ändern, das im 20. Jahrhundert zu prägen versucht wurde. Man besang Dominikus nun plötzlich in einem bekannten Schlager als leicht naiven Wanderprediger ("Dominique" von Soeur Sourire, 1963), man verlieh ihm seltsam anmutende Titel wie "Gefährte der Verirrten" (2) und hob Tugenden, wie Mitleid, Güte, Gottvertrauen derart bevorzugt hervor, dass andere Seiten seiner Persönlichkeit, wie Strenge, Eifer für die Rettung der Seelen, oder Klugheit im Handeln, eher in den Hintergrund traten.
Dominikus begegnen ist nicht einfach, vor allem, weil er jenseits der Klischees im deutschen Sprachraum kaum bekannt ist. Der Heilige selbst scheint jedoch nicht ganz unschuldig daran zu sein. Je länger man sich mit ihm beschäftigt, umso stärker drängt sich der Eindruck auf, Dominikus habe vorsätzlich möglichst wenig Spuren hinterlassen wollen.
Er hat beispielsweise keine Regel verfasst, in der er seine Grundideen hätte niederlegen können, wie andere Ordensgründer vor und nach ihm. Er hat keine Gebete, Gedichte, Lieder order anderen geistlichen Texte hinterlassen, wie etwa sein großer Zeitgenosse Franziskus.
Im Gegensatz zum hl. Antonius von Padua und dem reichen Homilienkorpus des hl. Bernhard von Clairvaux, ist von ihm, dem Gründer des Predigerordens, nicht eine einzige Predigt überliefert!
Fußnoten
(1) DANTE ALIGHIERI, Die göttliche Komödie, Paradies XII, 56-57 (in der dt. Übersetzung von Hermann Gmelin).
(2) JEAN-RENÉ BOUCHET, Dominikus - Gefährte der Verirrten, 1989
|