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Frater Jonas Golla OP, Novize | Noviziatspraktikum vom 02.10. - 26.10. 2011

Jonas Gallo
Foto: Archiv

»Warum mache ich ein Kreuzzeichen?«

Halbzeit im Noviziatspraktikum von Frater Jonas (21) in Hamburg. Vor drei Jahren lernte er die Dominikaner auf dem Katholikentag in Osnabrück kennen. Nun übt er sich in Dienst und Observanz.

Der Emsländer (Meppen, Bistum Osnabrück) absolvierte nach dem Abitur zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einer Ökumenischen Kommunität als Landschaftsgärtner, Bereich Denkmalpflege. In katholischem Elternhaus mit zwei Brüdern aufgewachsen, spürte er mit 16 Jahren erste Neigungen nicht allein zum Messdiener gerufen zu sein. Der Ruf Gottes wurde vernehmbarer, das Gymnasium erfolgreich abgeschlossen, als die Eltern insistierten, er möge doch nicht gleich aus Mutters Küche in das nächste Vollpensionat ziehen.

Ausziehen, eine eigene Wohnung, mit dem praktischen Leben klarkommen und »sich aufschließen für die Weite christlicher Lebenswelten«, diesen Rat verwirklichte Jonas Golla zunächst und ist heute dankbar für diese Erfahrungen.

Dieses FSJ schuf auch Raum für eine intensive Betrachtung dessen, was uns oft schon Glaubensroutine geworden ist: Warum mache ich eigentlich das Kreuzzeichen? Was soll das Weihwasser? Das Vaterunser ganz bewusst beten. »Die Glaubensbasics müssen doch stimmen, bevor es weitergehen kann«, meint Frater Jonas.

Auf diesem Weg schreitet der sympathische Novize nun weiter in der brüderlichen Gemeinschaft, die sich auch durch Observanz (Ordensregeln) also der Regel und Konstitutionen, dem Stundengebet, der täglichen Eucharistiefeier und dem Tragen des Habit zusammenfügt. In Hamburg begleitet er die Brüder in ihren unterschiedlichsten pastoralen Arbeitsfeldern, zu denen immer auch die Alimaus gehört, das Obdachlosenprojekt am Nobistor.

Frater Jonas: »Ich habe nach meinem FSJ Gott gefragt: Wohin rufst Du mich? In den Orden oder in eine Familie? - Gott ruft Menschen in das Eine oder das Andere oder in etwas ganz anderes, aber er ruft.

Das muss man den Menschen bewusst machen: Oft hören sie ja auf den Ruf, nur sie nehmen nicht wahr, dass Gott gerade in ihnen wirkt, und das ist schade. Sie bekommen dann nicht mit, wie sie eingebunden sind in das große Ganze. Es geht also um ein Wahrnehmen Gottes im Leben.«

Was kann man dazu noch sagen, als allein ein - ganz bewusstes, von Herzen gesprochenes - Amen! - So ist es.

■ bernd | 15.10.2011


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