Neuer Postulant im Hamburger Konvent
Zu einem dreimonatigen Postulatspraktikum ist Johannes Schäffler (38) angetreten. Er wird bis kurz vor Weihnachten in Stadt und Gemeinde wirken.
Der aus Illertissen, Bayern, stammende und zuletzt in Köln lebende Qualitätsmanager einer Software-Unternehmung wird in den nächsten drei Monaten die Stadt und ihre Menschen kennen lernen, also mit den Realitäten der Goßstadt-Seelsorge vertraut gemacht.
Während des Praktikums im Dominikanerkonvent Hamburg lernt er das Obdachlosenprojekt Alimaus kennen und übt sich weiter in das Gemeinschaftsleben ein. In der benachbarten Sankt Sophien-Gemeinde wird er an den liturgischen Feiern, dem Stundengebet und der Eucharistie, teilnehmen. |
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Postulat
In Ordensgemeinschaften bezeichnet das Postulat einen sechsmonatigen Zeitraum, in dem die Bewerber (die Postulanten) das Leben in der Gemeinschaft kennenlernen können und in denen die Berufung zum Ordensleben geprüft werden soll.
Nach dem Postulat folgt im Predigerorden das einjährige Noviziat. |
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Dabei handelt es sich bei Johannes Schäffler trotz seiner Lebenserfahrung nicht um einen klassischen "Spätberufenen". Denn schon im Alter von 20 Jahren schloss er sich zunächst dem Orden der Prämonstratenser an. Kurz vor Ende der zweijährigen Noviziatszeit machte er von seiner freien Entscheidung Gebrauch, einen anderen Lebensweg einzuschlagen.
Ein religionspädagogisches Studium in Eichstätt endete mit dem Vordiplom. Nach dem Noviziat folgte eine einjährige Anstellung in einem Altenpflegeheim. Später wechselte er nach Dortmund und absolvierte dort Berufsausbildungen zum Einzelhandelskaufmann und staatlich geprüften Handelsassistent. Nach Tätigkeiten als Vertriebssachbearbeiter wechselte er nach Köln und arbeitete dort über acht Jahre im Controlling einer Software-Unternehmung als Qualitätsmanager.
In dieser Zeit nutzte er in Köln die vielen Möglichkeiten, wieder näher zur katholischen Kirche zu rücken. "Ich habe mich sofort in den Kirchen zuhause gefühlt", beschreibt der sympathische Postulant die damalige Situation. Und mit Glanz in den Augen berichtet er von seiner katholischen Prägung in Bayern in einem frommen Elternhaus.
So stellte sich dann erneut die Frage der Nachfolge im Herrn. Ein Klosteraufenthalt naheliegenderweise bei den Prämonstratensern ergab, dort nicht wieder eintreten zu wollen, da diese (wie die Benediktiner) die "Stabilitas loci" - die lebenslange örtliche Bindung an ein Kloster - verlangten.
Johannes Schäffler suchte weiter und fand im Predigerorden die nötigen Strukturen. Die große Weite in Studium und Aufgabenfeldern, die demokratische Organisation und vor allem die Predigt - der Verkündigungsdienst in Wort und Tat - in den Städten weckte in ihm das Interesse an den Dominikanern.
"Die suchen sich nicht die einfachsten Gebiete aus", sagt er und sieht seinem weiteren Ordensweg mit großer Begeisterung entgegen.
Im Postulantenjahrgang 2007/2008 wurden insgesamt sechs Bewerber zugelassen. Vier dieser Bewerber kommen aus unserer Provinz Teutonia und zwei Kandidaten gehören der Süddeutsch-Österreichischen Provinz an. Sie absolvieren derzeit ihre Postulatspraktika in Braunschweig, Hamburg, Köln und Wien. Im Anschluss erfolgt mit der Einkleidung in Worms die Aufnahme in das einjährige Noviziat. Dieses schließt mit der zeitlichen Profess auf zunächst drei Jahre ab. |
Johannes Schäffler will unabhängig von örtlichen Bindungen seinen Dienst für die Kirche und ihren Predigerorden wahrnehmen. Und das kann jeder, der - wie er - sagt: "Ich habe mich sofort in der Kirche zuhause gefühlt." ■ bernd
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