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fr. Daniel Stadtherr OP

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Neue Kirchenzeitung
vom 05.11.2008

[jpg] Als Kind ließ er sich ein Messgewand schneidern

 

 

 

 

 

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Webtipp

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Noviziatspraktikum

Den Oktober 2008 hat Frater Daniel Stadtherr OP, Novize im Predigerorden (=Dominikaner) in Hamburg verbracht, um das erste Praktikum im Rahmen seiner Ausbildung (Noviziat) zum Ordensmenschen zu absolvieren. In einem Erfahrungsbericht schildert er seine Eindrücke und Erlebnisse. ■ bernd

 

Von fr. Daniel Stadtherr OP

Als ich am 6. Oktober gegen 17 Uhr den Konvent in Hamburg erreicht hatte, freute ich mich auf die Stadt, die Schiffe und nicht zu letzt den Konvent – so oder so ähnlich waren meine Worte, bevor ich aus Worms aufbrach. Kleine Anmerkung: Die Reihenfolge stellt hierbei keine Gewichtung dar!

Das Noviziatspraktikum, für das ich hier nach Hamburg gekommen bin, ist ein Teil des 13 Monate dauernden Noviziats im Dominikanerorden. Es dauert in der Regel einen Monat, in diesem Jahr war die Zeit etwas verkürzt.

Schwerpunkte dieser Praktikumszeit sind das Kennenlernen eines neuen Konvents, das Umfeld – Kloster und Gemeinde –, die Tätigkeitsschwerpunkte der Mitbrüder und, ganz persönlich, eine nicht unerhebliche Portion Freizeit.

Pater Laurentius stellte mich im ersten Gottesdienst als „den Neuen“ vor und sagte dazu: „Frater Daniel ist Novize und er macht hier bei uns ein Praktikum. Was ist ein Novize? Ein Novize ist ein Azubi im ersten Lehrjahr.“ - Im gleichen Atemzug berichtete er davon, dass er vor zwanzig Jahren hier ebenfalls im Noviziatspraktikum war.

 
Noviziat
Das Noviziat bezeichnet die Zeit der Ausbildung eines Novizen oder einer Novizin. In dieser Zeit wird der Novize durch den Orden geprüft, ob er dazu berufen ist, die Ordensgelübde (in der Regel die drei sogenannten evangelischen Räte Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam) abzulegen und ob er die Fähigkeit und Neigung hat im Orden und ggf. in der konkreten Gemeinschaft zu leben. Desgleichen ist der Novize dazu aufgerufen, sich selbst zu prüfen und den Orden möglichst gut kennenzulernen, um eine vor Gott, vor dem eigenen Gewissen und vor den Oberen verantwortete Entscheidung für - oder gegen - die Profess zu treffen.


So verlebte ich in den letzten drei Wochen nahezu die gesamte Bandbreite von Kloster und Pfarrei. Ganz gleich ob in der Alimaus, beim Rosenkranz, beim Seniorennachmmittag, beim Mittwochsclub, gemeinsam mit den Kantoren, beim Obdachlosenmittagessen, bei der ersten Pfarrversammlung oder bei den Kirchenkonzerten – „ich war nicht nur dabei sondern mittendrin“.

Wie man sieht, kreist das Leben, mal abgesehen von der Alimaus, in erster Linie um die Pfarrgemeinde Sankt Sophien. Was nicht heißen soll, dass ich mich im Konvent rar gemacht habe.

Die Pfarrgemeinde bietet einen und nicht zu letzt auch den größten Schwerpunkt in der Seelsorge der Brüder vor Ort. Ich habe die Gemeinde selbst und viele ihrer Mitglieder als eine junge und aktive Gemeinde erlebt.

Im Kloster konnte ich mich als Psalmist und Kantor, Umzugshelfer, Handyberater und sogar als Koch einbringen. Die Brüder haben sich wohlwollend bedankt.

Meine Freizeit, die ich oft per Rad zu nutzen verstand, hat mir ein ums andere Mal vor Augen geführt, dass Hamburg eine wahre Großstadt ist. Nun komme ich zwar auch aus Großstadt Leipzig aber hier sind die Dimensionen noch etwas weiter.

Kleines Beispiel gefällig? Einmal mit dem Rad vom Kloster  zum Ohlsdorfer Friedhof, durch eben diesen und über eine andere Route zurück.

Mit einem lachenden und weinenden Auge mache ich mich heute, am letzten Oktobertag, wieder auf den Weg ins beschauliche Worms. Ich halte die Wünsche und Begegnungen in Erinnerung und freue mich schon auf mein nächstes Mal hier in Hamburg.

Einleitend habe ich über meine Freude die Stadt, die Schiffe und den Konvent kennenzulernen geschrieben. Ein kleines bisschen musste zeitbedingt auf der Strecke bleiben aber ich versucht das Beste draus zu machen.

Ich wünsche Ihnen und mir für die verbleibende Zeit des Jahres alles Gute und Gottes reichen Segen.

Ihr
fr. Daniel Stadtherr OP

■ daniel

 

 

 
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