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Christian Flake, Priester | Postulatspraktikum vom 14.09. - 21.12. 2009

Christian Flake
Foto: Archiv

»Menschen überzeugen, nicht überwältigen«

Dass ein Diözesanpriester sich für den Eintritt in einen Orden interessiert, erscheint zunächst ungewöhnlich, ist aber kein Einzelfall. Christian Flake (31) wird in den nächsten drei Monaten die Arbeit und das Gemeinschaftsleben der Dominikaner kennenlernen.

Der in Osnabrück geborene und in Hagen a.T.W. aufgewachsene Priester studierte Theologie in Münster und Rom und wurde nach seiner Weihe als Kaplan im Gemeindeverbund Twistringen bei Bremen eingesetzt. Als Dekanatsjugendseelsorger war er auch in Bremen in der Jugend- und Schulpastoral tätig.

So hätte es im Bistum Osnabrück weitergehen können, früher oder später wäre er sicher Pfarrer geworden, wenn sich nicht ein besonderer weiterer Ruf eingestellt hätte. Was sich im Priesterseminar schon andeutete und sich in der Pastoral verfestigte, verlange nun nach einem persönlichen Ausdruck: » Es bedarf immer Menschen, die einen inspirieren, korrigieren, bei denen man sich aufgehoben fühlt und solche, an denen man sich reibt.« - Die Suche nach einer in diesem Sinne geistlichen Gemeinschaft hatte begonnen.

Weitläufige Gemeindeverbünde, ein Territorialprinzip, das einfach gewisse Notwendigkeiten zeitigte, habe ihn veranlasst, noch einmal neu über seine Berufung unter dem Aspekt der Gemeinschaft nachzudenken. In der Ordensgemeinschaft lasse sich gerade dieser Aspekt anders an. Sein Weg in den Orden sei also eine Entscheidung für etwas und nicht gegen etwas; »ich mag mein Bistum Osnabrück nach wie vor«, betont Christian Flake.

Nach dieser grundlegenden Entscheidung folgt immer das, was alle Gemeinschaftsinteressierte prüfen müssen: In welcher Gemeinschaft, in welchem Orden, sind die eigenen Talente mit den jeweils besonderen Charismen der Gemeinschaft bestmöglich in Übereinstimmung zu bringen. Christian Flake hat sich für die Dominikaner entschieden.

Der Ordensgründer, der Heilige Dominikus »hat versucht, die Menschen zu überzeugen, nicht zu überwältigen.« Erste Kontakte gab es schon vor neun Jahren, aber damals war 'die Traute' noch nicht ausreichend. Die Ausgewogenheit von Gemeinschaftsleben und individueller Freiheit, von Gebet und Tätigkeit, also contemplatio und actio, entspreche aber seinen Vorstellungen.

»Jetzt hab ich mich getraut und freue mich auf die ersten Schritte im Orden, auch um die Berufung zum Ordensmann zu entdecken und zu leben« Die Ordensberufung ist noch einmal etwas anderes, als die Sendung des Priesters. Deshalb wird sich auch Christian Flake gemeinsam mit sieben anderen Postulanten diesem Weg stellen, ohne irgendwelche "Priesterprivilegien" in Anspruch zu nehmen. »Mich unterscheidet darin nichts von den anderen, die mit mir eingetreten sind«.   ■ bernd | 06.10.2009


Friederike Gräff
interviewt Christian Flake | PDF taz-nord vom 4. Januar 2010  [PDF 109 KB]


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