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14.07.2007 - Wallfahrt zum Erlöserkreuz nach Lage

Gruppenfoto: Die Dominikanische Familie in Lage/Rieste
Am frühen Samstagmorgen trafen sich Mitglieder und Freunde der Dominikanischen Gemeinschaft vor dem Konvent, um zur Wallfahrtskirche St. Johannes der Täufer nach Lage/Rieste (zwischen Vechta und Osnabrück) zu fahren.
Dort wird das Erlöserkreuz Christi seit vielen Jahrhunderten verehrt und gilt als Heilbringer für Leidende und Erkrankte. Es war ein Anliegen der Gruppe, im Gebet am Kreuz all unserer Schwestern und Brüder zu gedenken, die zu leiden haben, aber auch zu danken für jene, deren Leiden durch die segensreiche Gnade des Herrn genommen wurden.
Gegen Mittag trafen wir in Lage ein und wurden von unseren dominikanischen Schwestern herzlich begrüßt. Die Gemeinschaft zählt zu den wenigen kontemplativen Dominikanerinnenklöstern im deutschsprachigen Raum und die Klosteranlage erfreut sich einer langen Geschichte, bis hin zum Johanniterorden (heute Malteser), der 1245 die Anlage begründete. Noch heute ist an verschiedenen Stellen das Malteserkreuz sichtbar.
Sr. Priorin Susanna führte uns durch die schöne Anlage, zeigte uns Kapelle, Bibliothek, Gemeinschaftsräume und den Garten. Idyllisch an einem Bach gelegen, ist der Ort wirklich geeignet, beschaulich ("kontemplativ") zu leben und den Orden der Predigerbrüder in ihrem Gebet und durch zeugnishaftes Gemeinschaftsleben zu unterstützen.
Gestärkt vom gemeinsamen Mittagsgebet und anschließender, kräftigender Hühnersuppe sollte nun der eigentliche Zweck unserer Pilgerreise folgen: Der Besuch beim gekreuzigten Erlöser. In einer von Pater Karl geleiteten Andacht näherten wir uns dem beeindruckendem Gekreuzigten betend und singend.
Es ist dann Brauch, das Kreuz aus seiner Wandverankerung zu nehmen und es gemeinsam betend und im Gedenken an die Leiden des Herrn und allen im Leiden Nachfolgenden einmal um die ganze Kirche zu führen.
Ob des Gewichtes des Kreuzes (ca. 270 kg) kann niemand den Erlöser - im wahrsten Wortsinne - "auf die leichte Schulter nehmen". So entstand eine kurze Ratlosigkeit, ob unsere Kräfte reichen würden, das Kreuz auf uns zu nehmen.
Unsere resolute Paula sorgte aber dann dafür, dass statt Bedenken die Tat obsiegte und so führten wir das Kreuz um die Kirche und gewannen eine leichte Ahnung, wie schwer das Leiden des Herrn gewesen sein musste, als er sein eigenes Kreuz auf sich nahm.

Das Kreuz auf sich nehmen...
Zurück im Kloster stand uns Sr. Maria Magdalena Rede und Antwort auf Fragen zum gemeinschaftlichen Leben, Aspekten der Beschaulichkeit und des Ordenslebens in dieser besonderen Ausrichtung. Mit humorvoller Ernsthaftigkeit verstand es die Schwester schnell, sich in unsere Herzen zu begeben.
Bei mitgebrachtem Kuchen genossen wir die 'Communio fraternitas' - die geschwisterliche Gemeinschaft. Es ergaben sich schöne Gespräche und besondere Freuden, etwa die zufällige Anwesenheit einer nigerianischen Schwester, die den gleichen Stammesdialekt spricht, wie unsere Paula.
Die Vorabendmesse schloss den uns alle tief beeindruckenden Tag angemessen ab. Die Schriftlesung (Dtn 30,10-14) erinnerte daran, wie nahe uns die Frohbotschaft ist: "Das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten".
Mit großer Dankbarkeit erreichten wir am Abend gesund und neu im Glauben bestärkt den Konvent in Hamburg. ■ bernd
Fotos
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