| 09.09.2007 - Tag des offenen Denkmals
Anläßlich des "Tag des offenen Denkmals" öffneten die Dominikaner in Hamburg ihren Konvent einem interessierten Publikum. Gleichzeitig waren zu einem Provinz-Messdiener-Treffen über 80 'Minis' verschiedener Dominikanerkirchen angereist, die Pfarrgemeinde Sankt Sophien lud zum Gemeindebasar und emsige Hände packten Care-Pakete zur Unterstützung eines caritativen Projektes in Lettland.

Foto: Über 80 Messdiener der Dominikanerkirchen in der Provinz Teutonia
Tag des offenen Denkmals
Barmbek war im ausgehenden 19. Jahrhundert Wohnsitz vieler Hafen- und Industriearbeiter. Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahlen entstand der Bedarf nach einem Gotteshaus für die wachsende katholische Gemeinde des Stadtteils.
Der Industrielle Wilhelm Anton Riedemann ermöglichte den Bau der Kirche. 1900 wurde sie geweiht. Auf Wunsch des Auftraggebers lehnte sich der Bau an westfälische mittelalterliche Hallenkirchen an und unterschied sich so von den gleichzeitig entstandenen evangelischen Kirchen, zum Beispiel in der Wahl des dreischiffigen Typus und der Kombination von Werkstein und Bachstein.
Nach erheblichen Kriegsschäden wurde sie rekonstruiert und prägt noch heute das Aussehen des Stadtteils.
Im Jahre 1962 wurde das Dominikanerkloster in Hamburg neu gegründet. Bereits 1240 gab es ein Kloster der Dominikaner, St. Johannis auf dem heutigen Rathausmarkt.
Geschichte der Dominikaner in Hamburg
Das in den 1960er Jahren von den Architekten Rau, Bunsmann, Scharf entworfene Klostergebäude ist um einen runden Hof angelegt, die Räume werden durch einen außen liegenden Flur erschlossen.
Zum Klostergebäude gehört eine Kapelle auf fünfeckigem Grundriss. An den fensterlosen Wänden befinden sich die Sitzbänke, Tageslicht fällt durch einen Glaskuppel im Dach ein.
Fotosammlungen
Diese besondere Architektur präsentierten die Dominikaner anläßlich des bundesweiten 'Tag des offenen Denkmals' einem interessierten Publikum. Hatten sich im Wege der Online-Anmeldung lediglich neun Personen angesagt, erschienen zu den sechs Führungen im Stundentakt zur Begeisterung der Gastgeber über 200 Besucher.
Unter den wechselnden Führungen von Pater Prior Thomas Krauth, Pater Dr. Lambert Schmitz, Pater Richard Nennstiel und Pater Laurentius Höhn folgten die Besucher dem Motto des Denkmaltages, sich "Orte der Einkehr und des Gebets" zu erschließen.


Ein Fernseh-Team des 'Hamburg Journal' des Norddeutschen Rundfunks war vor Ort. Die Gemeindemesse der Ghanischen Mission in Sankt Sophien gab Anlass, die traditionellen Begrüssungsworte "Guten Abend Hamburg" zu sprechen und ein Kurzbericht am Ende der Sendung widmete sich dem 'Tag des offenen Denkmals' im Dominikanerkloster. Zu guter Letzt sprachen drei Brüder die Wetterprognose des folgenden Tages in die Kamera.
Die Führungen fanden ihren Abschluss im Refektorium (Speisesaal) bei Kaffee und hausgebackenem Kuchen. Die von einem Bruder angebotene selbstgemachte Konfitüre - gut 150 Einmachgläser verschenkte er - fand reißenden Absatz.
Im blühenden Klostergarten genossen unsere Gäste bei bestem sonntäglichen Wetter die Sonne im besonderen Klosterambiente.
Messdiener-Treffen
Zum jährlich wechselnden Messdiener-Treffen der Dominikanerkirchen in der Provinz Teutonia wurde dieses Jahr nach Hamburg geladen. Über 80 Altardienerinnen und Altardiener folgten der Einladung und hielten sich für drei Tage in der Hansestadt auf.
In einer feierlichen Heiligen Messe in der vollbesetzten Sankt Sophien-Kirche würdigte der für die Jugend zuständige Pastor, Pater Laurentius, den Dienst der Ministranten. "Ihr vertretet am Tisch des Herrn die Gemeinde. Und folgt so Jesus unmittelbar nach!"
Die Messdiener u.a. aus Berlin, Vechta und Braunschweig kommend, nutzen die Gelegenheit, alte Freundschaften zu pflegen und neue Freunde zu gewinnen. Unter dem Applaus der Gemeinde für diesen großartigen Dienst der Messdiener endete das feierliche Hochamt.

Gemeinde-Basar
Anschließend lud die Pfarrgemeinde Sankt Sophien zu ihrem traditionellen, jährlichen Gemeindebasar ein. Gestärkt von Bockwurst und Kartoffelsalat oder Kaffee und Kuchen nutzen mehrere hundert Besucher die Gelegenheit, den Flohmarkt auf dem Schulhof der Katholischen Sophienschule zu besuchen.
Parallel dazu trafen sich engagierte Gemeindechristen, um Hilfssendungen für das Partnerschaftsprojekt, ein Kinderheim in Lettland, zusammenzustellen.
Der Pfarrer zu Sankt Sophien und Prior der Dominikaner in Hamburg, Pater Thomas Krauth OP, zeigte sich von der Vielfalt der Veranstaltungen und dem Engagement beeindruckt: "Was für eine lebendige Gemeinde!"
Allen helfenden Händen für den Basar, die Bewirtung der Messdiener, dem Tag des offenen Denkmals oder in der Paketzusammenstellung für Lettland sei von Herzen gedankt!
Im Namen der Gemeinde lädt er sehr herzlich zu den kommenden öffentlichen Veranstaltungen ein: Der Nacht der Kirchen am Sonnabend, den 15. September und zum Gemeindefest im benachbarten Schleidenpark am 30. September. [bernd]
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